Rye die mittelalterliche Perle Südenglands

Rye die mittelalterliche Perle Südenglands

Rye - Besichtigen, Shoppen, Genießen, Träumen

Rye
Mermaid Street

„Rye ist eine Kleinstadt in der Grafschaft East Sussex im Südosten Großbritanniens. Es gehörte einst zum Städtebündnis der fünf englischen Kanalhäfen (Cinque Ports). Der Ort wurde im Laufe der Geschichte oft angegriffen und zerstört, so 1377 durch die Franzosen. Mit dem Austrocknen des Hafenbeckens begann auch der wirtschaftliche Niedergang. Heute ist Rye eine viel besuchte Touristenattraktion, die sich ihren mittelalterlichen Charakter bewahren konnte. Rye liegt heute circa 3,2 km vom Meer entfernt, gehört zum Distrikt Rother und zählt etwa 4.600 Einwohner.“     Wikipedia

Kopfsteinplaster ? Dass muss so !

Nach knapp zwei Stunden Fahrt erreichten wir an einem leicht bedeckten Tag die kleine Ortschaft Rye. Im Vorfeld hatten wir viel über Rye gelesen. Es sollte eine der schönsten Kleinstädte im Süden von England sein. Ein Ort in dem man in Mittelalterliche Atmosphäre shoppen und flanieren kann. Mit gemütlichen Pubs, netten Cafés und viel Kultur.

Nachdem wir uns vom etwas außerhalb des Stadtkerns gelegenen Parkplatzes über eine Treppe zum Anfang der Altstadt begeben hatten, trafen wir auch direkt auf das Mittelalter. In Form von Kopfsteinpflaster. Eine Erscheinungsform des Mittelalters, die ich als jemand mit Arthrose in den Sprunggelenken gerne immer wieder vergesse. Nachdem ich mich moralisch schon mal auf einen Nachmittag mit ordentlich Fußweh eingestellt hatte und eigentlich schon schlechte Laune bekommen wollte, zog mich die Atmosphäre von Rye doch fast augenblicklich in ihren Bann. Ich stand nämlich direkt vor dem Land Gate, dem alten Stadttor von Rye. Na gut, dachte ich mir, wenn diese Straßen schon Generationen von Briten ausgehalten haben, wirst du dich von ihnen auch nicht unterkriegen lassen. Und los ging es auf Erkundungstour.

Land Gate altes Stadttor
Land Gate - altes Stadttor von Rye

The Parish Church of St. Mary

Rye St. Mary's Church vom Graveyard aus gesehen
St. Mary's Church vom Graveyard aus gesehen

Die „Parish Curch of St. Mary“ wurde im 12. Jahrhundert am höchsten Punkt der Altstadt gebaut. Da Rye zum Städtebündnis der fünf englischen Kanalhäfen (Clinque Ports) gehörte konnte es sich die kleine Stadt leisten eine so schöne Kirche ihr eigen zu nennen. Noch heute wird die Parish Church of St. Mary gelegentlich als die Kathedrale von East Sussex bezeichnet.

Was St. Mary’s für mich so faszinierend macht ist, dass wie bei vielen englischen Kirchen, der mittelalterliche Friedhof um die Kirche herum noch immer existiert und gepflegt wird. Es gibt der Kirche schon bevor man sie betritt einen ganz besonderen flair.

So muß Kirche !

Mit seinem Hund in den Urlaub zu fahren ist ein tolles Erlebnis. Man ist sich aber auch bewusst, dass man ein, zwei Abstriche bei der Urlaubsgestaltung machen muss. Einer davon ist, dass man Hunde in die meisten Sehenswürdigkeiten und Museen nicht mitnehmen darf. Das bedeutet im Normalfall das man entweder gar nicht erst hin geht oder sich aufteilen muss. Einer bleibt beim Hund die andren gehen besichtigen. So lange derjenige der beim Hund bleibt sowieso keine Lust hatte sich das entsprechende Objekt anzuschauen, ist das kein Problem. Aber sobald es jeder sehen will, führt das meistens dazu dass jeder durch das Objekt hetzt, weil er den anderen ja nicht so lange warten lassen will. Mich persönlich hat das schon das ein oder andere mal echt geärgert und mir einen an sich schönen Tag verdorben. Eine wirklich mehr als löbliche Ausnahme ist hier die St. Mary’s Church. Hier sind Hunde nämlich ausdrücklich erlaubt.

Aber das ist nicht die einzige Besonderheit der St. Mary’s Church. Man kann nämlich auch für den absolut günstigen Zuschlag von 1 Pfund Sterling auf den Glockenturm steigen und sich die Dächer von Rye anschauen. Was einem leider nicht gesagt wird, ist das der Aufgang sehr schmal ist und für stattliche Leute nur bedingt geeignet ist (also ich 190 cm, reden wir nicht drüber Kilo habe den Aufstieg auf Grund von Beklemmungsgefühlen abgebrochen). Gott sei dank hat meine Tochter es auf sich genommen und ein paar sehr schöne Fotos mitgebracht.

Rye von oben
Rye von oben
Rye von oben
Rye von oben

Ypres Tower oder doch Rye Castle ?

Ypres Tower

Nun ja es gibt halt Dinge die zwei Namen haben. Also Ypres Tower oder halt Rye Castle wurde 1249 auf Geheiß von König Heinrich dem III. gebaut um Rye gegen die Franzosen zu verteidigen. Heute beherbergt es ein kleines Museum das mittelalterliche Töpferwaren und Stickereien zeigt. Das Museum wird vom English Heritage betrieben. Wenn man sich dafür interessiert ist es ganz niedlich, wenn man Mitglied des English Heritage ist und dementsprechend keinen Eintritt zahlen muss kann man es machen. Ansonsten geht hinter das Castle, macht ein kleines Picknick und genießt den schönen Ausblick.

Rye Castle

Und sonst ?

Nun ja, es gibt eine Sache die man als Mann in Rye auf keinen Fall tun sollte, wenn man über eine Kreditkarte mit einem Limit verfügt. Und das wäre, sich erschöpft in einem der vielen kleinen Pubs nieder zu lassen und seine Frau mit eben dieser Kreditkarte alleine durch die vielen kleinen Straßen ziehen zu lassen. Denn es gibt dort viel mehr süße kleine Läden als man glaubt. Wenn Mann es doch tut, sollte er vorher überprüfen ob er noch genug Bargeld bei sich hat um seine Rechnung im Pub zu zahlen, denn wenn die Frau wiederkommt kann er sicher sein dass er mit seiner Kreditkarte nicht mehr zahlen kann.

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen