Nicht Opti aber fast. Das Optifast 800 Diätprogramm. Tagebuch einer Diät Teil 1
Natur kann so schön sein

Nicht Opti aber fast. Das Optifast 800 Diätprogramm. Tagebuch einer Diät Teil 1

Ein neuer Tag, Optifast

Bevor es mit dem Erfahrungsbericht losgeht, möchte ich euch gerne erzählen, wie und warum ich auf das Optifast 800 Programm gekommen bin. Also bevor es ernst wird,gute Unterhaltung.

Kennt das jemand von euch? Ihr liegt gemütlich im Bett, werdet langsam wach, schlagt die Augen auf, die Sonne scheint durchs Fenster und es scheint ein wunderschöner Tag zu werden. Im Spiegel seht ihr wie euer Hund entspannt vor dem Bett auf dem Rücken liegt und alle viere von sich streckt. Ihr denkt „Ja, die Morgenrunde mit dem kleinen wird schön, vielleicht könnten wir ja runter zum Fluss, da kann er durch die Wiesen rennen und ein bisschen schwimmen.“.

Also schwingt ihr die Beine aus dem Bett, setzt euch auf und springt voller Elan auf die Füße! Im gleichen Moment schießt ein fürchterlicher Schmerz in eure Füße, rast in die Knie und nimmt Kurs auf die Hüfte. Ihr knickt ein und findet euch sitzend auf dem Bett wieder.

Nachdem ihr ein paar Mal durchgeatmet habt, stellt ihr euch wieder hin. Diesmal ist der Schmerz nicht ganz so schlimm, vielleicht weil es die zweite Belastung ist, vielleicht weil ich diesmal auf ihn vorbereitet bin. Egal warum, der Hund muss raus.  Also waschen, anziehen und los.

So schön im Grünen

Bis wir an der Ruhr sind, habe ich mich eingelaufen. Der Schmerz ist nur noch ein Hintergrundrauschen. Dann stehen wir vor der Wiese. Natur pur! Wunderschön an diesem Frühlingstag. Nach den ersten Schritten fällt mir wieder ein, Natur heißt auch: uneben, Löcher im Boden und unterschiedliche Oberflächen. Also jeden Schritt mit bedacht gesetzt. Ich laufe über die Wiese wie auf rohen Eiern. Bloß nicht umknicken oder sonst irgendwie vertreten. Sam, mein Hund, schaut mich an und ich sehe den Schalk in seinen Augen. Er will spielen. Los Herrchen, lauf mit mir, fang mich, scheint er zu sagen. Er stößt mich mit der Schnauze an, bellt fröhlich und ich? Ich könnte heulen! Egal Kleiner, natürlich spielt dein Herrchen mit dir. Du kannst ja nichts dafür.

Es dauert knapp 10 Minuten bis ich die Toberei abbrechen muss. Ich bin außer Atem und die Füße tuen weh wie die Hölle. Gott sei dank haben wir uns während des Spielens näher zum Fluss bewegt. Sam schaut mich noch einmal traurig an, sieht dann aber eine Stelle am Ufer über die er in die Ruhr kann und rennt los. Ich quäle mich die restliche Runde um die Wiese und bin heilfroh als ich wieder den befestigten Weg erreiche. Jetzt nur noch nach Hause. Natürlich hatte ich irgendwie verdrängt, dass ja der ganze Weg nach Hause bergauf geht.

Luft wird überbewertet

Nach der Hälfte des Weges, war ich durchgeschwitzt und vollkommen außer Atem. Als eine Bank in Sicht kam, ließ ich mich darauf plumpsen um erst mal wieder zu Luft zu kommen. Kaum hatte ich ein paar ruhige Atemzüge hinbekommen griff ich in die Tasche um mir eine Zigarette anzuzünden. In diesem Moment stupste mich Sam an. Er schaute ein bisschen wie:“ Spinnst du jetzt komplett? Weil du keine Luft bekommst muss ich Pause machen und dann willst du dir auch noch eine quarzen? Keine Chance Alter!“

Ich weiß natürlich das er mich anstupste, weil die Tasche mit den Zigaretten genau neben seinem Leckerli Beutel war. Aber trotzdem. Das war der Moment, in dem ich entschieden habe das es so nicht weiter geht. Aber was tun? Die Schmerzen kamen von der Arthrose, die ich in beiden Sprunggelenken habe und die sich nun langsam auf Knie und Hüfte ausweitet. Die Atemnot von der beginnenden COPD, die sicher durch mein rauchen und meine schlechte Fitness begünstigt wird. Ansonsten bin ich doch topfit. Blutwerte OK! Herz OK! Rank und schlank ein Bild von einem Mann!

Sie es endlich ein alter Mann

Also gut, geben wir der Wahrheit die Ehre. Blutwerte wirklich super, ab und zu mal der Harnsäure Wert etwas erhöht aber ansonsten alles bestens. Der Rest? Naja geschönt, obwohl in Bayern wäre ich ein gestandenes Mannsbild. Blöd nur das ich in NRW besser gesagt im Pott lebe. Hier sagt man: „Fettes Schwein“, und es ist nicht immer böse gemeint.

Also ich Jahrgang 1971, 1,90 Meter groß und nur 174 Kilo leicht. Was liegt also näher als das ich abnehmen muss. Und zwar schnell und viel. Welche Möglichkeiten gibt es da?

FdH: Nicht wirklich meins. Ich habe dieses Gewicht erreicht, weil ich gerne viel genieße.

WW: Ich habe mit Weight Watchers mal 30 Kilo abgenommen und es ist mir nicht wirklich schwergefallen, aber ich habe dafür auch ein gutes Jahr gebraucht. Das ist mir jetzt nicht schnell genug.

Low Carb: Super Sache. Kriege ich nur bei meiner Familie nicht durch. Das sind alles Kohlehydrat Junkies, also bis auf Sam und mich. Da ich aber keine Lust und auch keine Zeit habe jeden Abend zwei Gerichte zu kochen. No Way

Mit anderen Worten, alles was heute abnehmtechnisch so „en Vogue“ ist kam für mich nicht wirklich in Betracht.

Optifast 800

Also habe ich mich im Bekanntenkreis mal umgehört und so lernte ich das Optifast 800 Programm des Adipositas Zentrums Bochum kennen. Das hörte sich ganz gut an. 12 Wochen unter ärztlicher- und psychologischer Aufsicht nur Shakes trinken, dann 6 Wochen Mischkost aus Shakes und normalem Essen und danach noch 34 Wochen Ernährungsberatung, Ernährungsumstellung, Bewegung und weiter alles unter Aufsicht mit wöchentlichen Treffen. Das kann doch nicht so schwer sein.

Also nichts wie hin und anmelden. Nach dem erst Gespräch mit dem Therapeutischen Leiter war ich Feuer und Flamme. Ich wollte am besten direkt loslegen. Leider dauerte es noch fast einen Monat bis der nächste Kurs los ging. Also hatte ich noch mal 4 Wochen Zeit meine gesamten Lieblingsgerichte noch einmal zu genießen.

Dann war es soweit, das erste Treffen. Voll motiviert lernte ich meine Gruppe kennen. Ein klarer Frauenüberschuss, aber wenigstens war ich nicht der schwerste. Auf die Gruppentreffen werde ich hier nicht näher eingehen, um nicht versehentlich Vertrauliches ins Internet zu stellen. Nur so viel, die Gruppe ist echt super und die Treffen sind jedes Mal sehr motivierend.

Beim ersten Mal haben wir uns vorgestellt und zum ersten Mal unser Trinken bestellt. Folgende Geschmacksrichtungen standen zur Auswahl: Schokolade, Kaffee, Vanille, Erdbeere, Tomatensuppe und Kartoffel Lauch Suppe. Da war dann für mich das erste Problem, ich hatte ja keine Ahnung wie das Zeug schmeckte, also was sollte ich bestellen. Da wäre vielleicht eine bessere Lösung, wenn man die einzelnen Sachen beim ersten Treffen mal probieren könnte.

Für mich war klar, ich mag keine Vanille- und Erdbeershakes also bestelle ich die schon mal nicht. Durch den Rest würde ich mich dann durchprobieren.

Die erste Woche

Beim zweiten Treffen bekamen wir dann unsere ersten Shakes. Ab da hieß es, jeden Tag fünf Shakes, insgesamt 800 Kalorien. Wie wir die Shakes zu uns nahmen blieb jedem selbst überlassen, 5 mal 1 Shake, oder 2 mal 2 und einen. Wie es für uns am besten hinkommt. Eine Empfehlung war wenigstens zweimal die Woche zwei Shakes auf einmal zu sich zu nehmen damit es keine Probleme mit der Galle geben würde.

Am nächsten Morgen bereitete ich mir dann meinen ersten Shake. Natürlich wie es morgens sein soll Kaffee. Gespannt nahm ich den ersten Schluck. Was soll ich sagen, ich musste mich nicht übergeben, aber einen leichten Würgereiz unterdrücken. Es schmeckte wie kalter Cappuccino mit reichlich Salz. Gut vielleicht war das mein Fehler, Kaffee trinkt man ja schließlich warm. Ich beschloss es beim nächsten Mal zu probieren und dieses Mal das Zeug so runter zu kriegen. Es waren ja schließlich nur 200 ml und ich ein ganzer Kerl.

Jetzt schnell noch das Mittagessen, zwei Kartoffel Lauch Suppen und den Shaker einpacken und dann ab zur Arbeit. Schon auf dem Weg dorthin merkte ich das das Frühstück nicht so lange anhielt wie ich es gewohnt war. Nach knapp eineinhalb Stunden kam doch schon wieder der Hunger durch. Egal, es war ja irgendwie klar das das bisschen Getränk nicht so lange halten konnte wie ein paar Brötchen und ich wollte ja auch abnehmen. Als dann endlich Mittagspause war, hatte ich schon ganz schön Kohldampf. Also schnell die zwei Suppen fertig machen. Das waren dann ja immerhin fast 400 ml, davon sollte man ja wohl satt werden.

1 Tipp: Die Suppen sollen nicht über 60 Grad erhitzt werden, da sonst das Eiweiß ausflockt. Haltet euch an diese Anweisung, denn wenn es ausflockt ist das wirklich ekelig zu essen.

Ich hatte natürlich das Glück, das das Wasser aus unserem Wasserspender heißer war. Ich habe die Suppe zwar runter bekommen, aber das hatte wirklich nichts mit genussvollem essen zu tun.

Endlich Feierabend, ab nach Hause und eine Runde mit Sam gehen. Wie jeden Tag freute sich mein Großer sehr mich zu sehen, aber ich glaube noch mehr auf sein Leckerchen das damit einhergeht. Weil es ja ein besonderer Tag war, der erste meines neuen bald sehr dünnen Lebens, hatte ich für Sam einen Schinkenknochen gekauft. Das war ein Fehler. Ich hatte so einen Hunger, dass ich einen Sekundenbruchteil daran gedacht habe diesen lecker nach Schinken riechenden, reichlich mit Fleisch bestückten Knochen selbst abzunagen. Aber der gute Vorsatz hat gesiegt. Sam hat den Knochen bekommen und ich habe weiter Hunger geschoben.

Mit meiner Familie hatte ich abgesprochen, dass für die Zeit, in der ich nur trinke, sie kochen müssen. Als ich von der Hunderunde nach Hause kam, roch die ganze Wohnung nach leckerem Essen. Aber da ich ja hart im nehmen bin ging ich in die Küche und bereitete mir eine Tomatensuppe vor. Wieder zwei Beutel, diesmal mit unter 60 Grad warmem Wasser. Und diesmal hätte ich tatsächlich fast meiner Frau ins Essen gebrochen. Das Zeug ging gar nicht. Keine Chance. Also wieder Kartoffel Lauch Suppe, die wenn sie nicht ausflockt tatsächlich fast lecker ist.

So ging es dann eine Woche weiter. Ständig Hunger, bis auf die Stunde nach den Mahlzeiten. Mittlerweile hatte ich mich auf Schoko und Kartoffel Lauch eingeschossen und bis auf das permanente Hungergefühl kam ich ganz gut zurecht.

Das Wiegen

Der nächste Mittwoch, der Tag der Wahrheit. Ich kam zum Adipositas Zentrum und traf dort auf einige meiner Gruppenmitglieder. Das erste was ich hörte, war wie eine der Teilnehmerinnen sagte: “Also ich kriege zwei Tüten auf einmal gar nicht auf. Ich bin danach so voll. Ich käme auch mit 4 Tüten am Tag aus.“

Die glückliche, ich hätte 5-mal am Tag 5 Tüten essen können und hätte immer noch Hunger. Aber egal, ich konnte direkt zum wiegen durchgehen. Also, erst mal alles Schwere aus der Hose, Portemonnaie, Schlüssel, Handy und dann ab auf die Waage.

Eine freundliche Computerstimme sagte mir: „Bitte stehen sie gerade, blicken sie geradeaus und bewegen Sie sich nicht……… Die Messung beginnt……………… Ihr Körpergewicht beträgt….

Wer wissen möchte wie es weitergeht: Teil 2 folgt in kürze.

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