Urlaub mit Hund. Einige grundlegende Überlegungen

Wenn Ihr euch dazu entscheidet euren treuen Vierbeiner mit in den Urlaub zu nehmen solltet Ihr euch im Vorfeld einige Gedanken dazu machen. Ich meine Ihr müsst natürlich nicht, aber ich habe festgestellt, dass eine vernünftige Planung Zusatzkosten erspart und auch die Nerven schonen kann. Ein Urlaub in dem Ihr vollkommen unnötig pausenlos zu einem Ortsansässigen Tierarzt rennt, belastet nicht nur die Urlaubskasse sondern lässt auch nicht wirklich Entspannung aufkommen.

Sicherlich unterscheidet sich der Aufwand in der Planung und die Menge an Stauraum die man für den Hund einplanen muss von Rasse zu Rasse und auch von Charakter zu Charakter. So muss ich mir bei einem Chihuahua über andere Dinge Gedanken machen als bei einem Bernhardiner. So kann ich z.B. meinen Chihuahua im Handtäschen bequem durch das engste Gedränge der Londoner rush hour tragen, sollte ich mir bei einem Bernhardiner gut überlegen ob ich das mir und meinem Hund wirklich antuen möchte.

Generell finde ich aber sollte man sich über einige Dinge Gedanken machen egal wie groß der Hund ist.

Die Anreise !​

Wie erreiche ich den Ort meiner Urlaubsträume? Wie schon vorhin erwähnt kommen für uns Flugreisen mit Hund nicht in Frage, daher kann ich dieses Thema hier auch nicht behandeln. Bleiben also eigentlich nur noch Zug oder Auto. Da ich Leidenschaftlicher Autofahrer bin haben wir bisher nur diese Art der Fortbewegung gewählt.

Mit der Bahn

Mit dem Auto

Wenn Ihr mit dem Auto fahrt, habt Ihr euch ja sicher schon vorher Gedanken darüber gemacht wie das funktioniert.

Habt Ihr euch für eine Hundebox entschieden, oder habt Ihr Hundegitter eingebaut, oder ist euer Liebling so klein das er auf der Rückbank mitfährt? Egal wofür Ihr euch bisher entschieden habt, denkt noch mal darüber nach.

Wir reden hier nicht von einer kurzen Fahrt zur nächsten Hundewiese oder von einem Besuch bei Freunden. Ihr wollt 14 Tage oder länger, hoffentlich nicht kürzer, in Urlaub fahren. Wenn der Hund an die Hundebox gewöhnt ist, ist das ein sicherer Transportraum mit dem Ihr die Vorschriften für so ziemlich alle Europäischen Länder erfüllt. Und wenn Ihr jetzt nicht über einen Bulli oder ein ähnlich großes Auto verfügt ist der Kofferraum voll! Eine Möglichkeit für Koffer ist sicher die Rückbank, wenn da niemand sitzen muss! Mit einem Hundegitter ist man etwas flexibler, aber je nach Größe des Hundes passt trotzdem nicht mehr viel rein.

Wir haben einen VW Touran und einen Berner Sennenhund. Ich bekomme noch einen Koffer und Kleinkram in den Kofferraum wenn wir in Urlaub fahren. Von der Rückbank benötige ich zwei Sitze für Personen so das dort auch nicht mehr viel Stauraum ist.

Wir haben uns die größte Dachbox gekauft die zu kriegen ist und denken sehr genau darüber nach was wirklich mit muss. Da man meistens zum Wochenende anreist, neigt man dazu für die ersten zwei Tage Getränke und Essen mitzunehmen. Bei vier Personen kommt da einiges zusammen. Wenn man dann feststellt das im Urlaubsland die Supermärkte auch am Sonntag geöffnet haben, neige zumindest ich dazu mich wahnsinnig zu ärgern. Denn ich musste den ganzen Kram ja tragen und irgendwie im Auto unterkriegen. Also rate ich jedem, informiert euch über Öffnungszeiten von Supermärkten am Urlaubsort und googelt wo der nächste Supermarkt ist. Das spart Platz und Nerven.

Die Fahrtzeit

Als nächstes kommt die Fahrzeit. Wenn Ihr bisher immer nur zu zweit oder mit Erwachsenen in Urlaub gefahren seid, kann man natürlich auch mal 10 Stunden durchfahren. Das schafft ein Hund nicht. Plant mehr Pausen ein und bedenkt das sich dadurch die Gesamtfahrzeit entsprechend verlängert. Also überlegt ob Ihr die Strecke nicht vielleicht auf zwei Tage aufteilen müsst. Dann müsst Ihr noch ein Hotel buchen (in dem Hunde erlaubt sind) und die Aufenthaltszeit am Ort verkürzt sich entsprechend. Ach ja und nicht vergessen, dass Ihr ja nicht nur hin fahrt, Ihr müsst auch wieder nach Hause.

Haus oder Hotel ?

Als erstes sollte man sich darüber klar werden ob man ein Ferienhaus (oder Wohnung) mieten oder ein Hotel buchen möchte. Beides ist möglich und ich habe auch den Eindruck das das Angebot in beiden Bereichen in den letzten Jahren größer geworden ist. Sollte man einen Campingurlaub in Betracht ziehen muss man sich auch hier informieren wie es die Campingplätze mit den Hunden halten. Sind sie überhaupt erlaubt und wie sieht es mit Leinenpflicht oder einer Lösewiese aus.

Wenn man sich für ein Hotel entscheidet hat man natürlich den Vorteil das man sich nicht selber verpflegen muss. Den Hund allerdings schon! Man sollte auch wissen wie sich der geliebte Vierbeiner in engen Restaurants benimmt.

Unser Sam z.B. ist ein freundlicher und neugieriger Hund. Er muss immer wissen was um ihn herum geschieht. Das wird in einem kleinen eng bestuhlten Frühstücksraum dann schon mal zu einer Nervenprobe, denn wenn Sam sich hinstellt, schaut er den Leuten am Nachbartisch schon mal direkt auf den Teller. Das mögen leider die wenigsten. Auch bieten viele Hotels zwar an das Hunde mitkommen dürfen, erlauben Sie aber nicht im Frühstücksraum oder im Hauseigenem Restaurant. Dann sollte man besser wissen ob der Hund in fremder Umgebung friedlich alleine bleibt, oder ob er anfängt im Hotelzimmer zu randalieren oder zu bellen und zu jammern.

Auch kann es nicht schaden sich im Vorfeld darüber zu informieren wie es im allgemeinen bei Restaurants im Urlaubsland aussieht. In England ist es zum Beispiel so das Hunde sehr willkommen sind, aber eben leider nicht in Restaurants oder Pubs.

Wir haben festgestellt das man mit größeren Hunden (und ganz besonders mit unserem) in Ferienhäusern besser aufgehoben ist. Aber auch wenn auf den Buchungsseiten des Hauses vermerkt ist das Haustiere willkommen sind, fragen wir doch immer noch mal an ob das auch für einen Berner Sennenhund gilt.

Wir haben daraufhin tatsächlich schon absagen bekommen. Ein Berner ist halt kein Chihuahua. Aber auch bei einem Ferienhaus sollte man auf einige Dinge achten. Wenn ich auf den Fotos des Hauses eine Designer Einrichtung in weiß sehe, können dort Hunde noch so willkommen sein, ich würde es nicht buchen.

Oder könnt Ihr garantieren das euer Liebling nach einer Wanderung im Matsch oder einem Bad im Meer nicht mal kurz an der der weißen Couch entlangschlurft bevor Ihr ihn trocken und sauber habt. Und dann können da halt ganz schnell doch noch ein paar Zusatzkosten entstehen. Schön ist es immer wenn bei dem Haus ein Garten dabei ist in den man den Racker mal kurz lassen kann damit er etwas Auslauf hat, nun ist es aber durchaus nicht überall üblich das der Garten auch eingezäunt ist. Also im Zweifel besser mal nachfragen. Es ist ärgerlich wenn man einen Garten hat (den man natürlich auch bezahlt) und ihn dann nicht wirklich entspannt nutzen kann.

Vor Ort

Es kann auch nicht schaden, sich im Voraus schon mal zu informieren welche Regeln vor Ort gelten. Besteht eine Leinenpflicht, was ist mit den Hinterlassenschaften des Hundes und wie geht die Gesellschaft mit Hunden um. Das in den südlichen Ländern Hunde nicht den gleichen Stellenwert haben wie bei uns dürfte ja nun schon so ziemlich jeder mitbekommen haben.

Aber halt auch ganz speziell am gewählten Urlaubsort. Darf der Hund mit zum Strand oder gibt es einen eigenen Hundestrand? Zum Beispiel hängt es in Holland und England von der Jahreszeit ab ob der Hund mit an fast jeden Strand darf oder ob man auf Hundestrände ausweichen muss. Was möchte ich vor Ort machen und wohin darf mich der Hund da begleiten. Heutzutage hat fast jede Sehenswürdigkeit eine eigene Homepage auf der man nachlesen kann ob Hunde erlaubt sind oder nicht. Es lohnt sich auf jeden Fall das zu prüfen, denn manchmal wird man durchaus positiv überrascht. So war ich mir relativ sicher das in Dover Castle keine Hunde erlaubt sind, aber sie sind es. In Hever Castle gibt es z.B. ein Museum über Hundehalsbänder. Ich war mir sicher das Hunde dort erlaubt sein müssen, aber Pustekuchen, dort sind sie verboten.

Letztendlich hängt es aber ganz von euch ab. Wir machen mit Hund alles was wir auch ohne gemacht hätten. Wenn wir uns eine Ausstellung oder ein Museum anschauen wollen teilen wir uns halt auf, einer bleibt mit dem Hund draußen, der andere geht rein und dann wird gewechselt. Es gibt immer eine Möglichkeit.

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